Isby On Tour

Isby Bericht 47: 25 Schlittenhunde und wilde Moschusochsen!

Schlittenhunde und wilde Moschusochsen!

Schweden, Mittel- und Südnorwegen, Dänemark

In Schweden haben wir eigentlich nur ein Ziel. Wir wollen Jutta und Ingo, ein deutsches Paar und ihre mittlerweile 25 Schlittenhunde besuchen. Normalerweise fahren wir im Winter zu ihnen, um eine Woche lang die Fjellregion rund um den Helags, den höchsten Berg Mittelschwedens, auf dem Hundeschlitten zu erkunden. Ein Abenteuer der besonderen Art, wenn man mit seinem eigenen Hundegespann durch die weite, leere Schneelandschaft fährt. Jetzt, Ende Sommer zeigt sich uns das Tal von einer ganz anderen Seite. Alles blüht und es wimmelt von reifen Heidelbeeren und Pilzen. Um die Schlittenhunde zu trainieren, ist es noch etwas zu warm und so bewegen sie sich frei im grossen Zwinger. Isby ist überwältigt, so viele Hunde auf einmal hat er noch nie gesehen. Ingo stellt ihm aber jeden Hund einzeln vor und so kann er sich einen Überblick verschaffen. Mit einigen tollt er sogar frei durch den Zwinger. Natürlich merkt er schnell, dass er das Privileg hat, auch ausserhalb des Zwingers rumzutoben und ärgert die Schlittenhunde damit, dass er am Zaun auf und ab hüpft. Wir erkunden die Gegend im Kanu, zu Fuss und sogar auf dem Mountainbike. https://www.helags.eu/



Nach einer tollen Woche machen wir uns wieder auf den Weg, zurück nach Norwegen. Dort erleben wir ein weiteres Highlight der Reise. Im Dovre Fjell gibt es eine der letzten Herden wilder Moschusochsen. Eigentlich gibt es diese gigantischen Tiere nur noch in Grönland und in Kanada. Doch 1947 wurden einige, wenige Tiere im Nationalparkgebiet des Dovre Fjells in Norwegen ausgewildert. Es scheint ihnen hier zu gefallen und so haben sie sich vermehrt und es gibt nun wieder ca. 300 Tiere hier. Trotzdem ist es nicht einfach, sie zu finden. Wir machen uns schon über eine geführte Tour schlau, doch dann haben wir unerwartetes Glück. Wir parken am Rande des Nationalparks und sitzen im Bus und schauen in den frühen Abendstunden aus dem Fenster. Plötzlich entdecke ich auf einem Berggrat einen grossen, dunklen Flecken. Er bewegt sich und ich bin völlig aus dem Häuschen. Das Fernglas bestätigt unsere Vermutung, es ist tatsächlich ein Moschusochse! Rasch packen wir Fernglas und Kamera ein und stürzen geradewegs den Hang hinauf. Je näher wir kommen, umso mehr Tiere sehen wir. Da der Wind gegen uns steht, riechen sie uns nicht und wir können die Herde in aller Ruhe beobachten, wie sie immer näher auf uns zukommt. Ihr zotteliges Fell, welches ihnen bis über die Knie reicht, weht im Wind und wir sind sprachlos über unser Glück. Es ist ein besonderer Moment, den wir nicht vergessen werden. Mit viel zu vielen Bildern machen wir uns Stunden später wieder an den Abstieg und den ganzen Abend können wir die Tiere durch das Busfenster noch weiter beobachten. https://www.norwegenservice.net/moschusochsen-dovr...

Am nächsten Tag sind sie verschwunden. Wir fahren weiter, über eine der berühmtesten Strassen Norwegens, den Trollstiegen. In vielen Haarnadelkurven kämpft sich unser Bus die Serpentinen hoch. Auf dem runter Weg wird der Blick auf den Geirangerfjord frei. Die Landschaft ist eindrücklich, doch das Wetter ändert sich rasch.

https://www.nasjonaleturistveger.no/de/routen/geir...

Der Sommer scheint hier oben bereits sein Ende gefunden zu haben und die nächsten zwei Wochen sehen wir die Sonne leider nur noch selten. Zum Glück lässt sie uns am Brixdalbreen, einem Gletscher, nicht hängen und wir können die atemberaubende Sicht geniessen. Auf dem Weg nach Süden regnet es täglich. Das ist bedrückend, denn eigentlich hatten wir noch viele Wanderausflüge geplant. Unerwartet treffen wir dafür einige Tage später wieder auf Anouk und Alexis, unsere französischen Freunde aus Bulgarien. Zusammen lässt sich der Regen definitiv besser ertragen. Doch wir fassen einen Entschluss und buchen unsere Fähre nach Dänemark um. Eigentlich wollten wir diese erst am 03.09.18 besteigen, nun fahren wir bereits am 19.08.18 nach Dänemark. Unser Motto, wir fahren nach Süden in die Wärme Norddänemarks!

Posted by OBS Blogger in Isby on Monday September 24
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Tag: Isby

Isby Bericht 46

Im Outdoor Paradies

Nordnorwegen: Senja, Vesteralen, Lofoten, Mo I Rana

Tatsächlich bringt der nächste Tag nur Gutes!

Wir überqueren die Grenze von Finnland nach Norwegen ohne Probleme und werden sogleich von unserem ersten Elch begrüsst! Ein hilfsbereiter Mechaniker organisiert uns einen neuen Dieselfilter, welchen Simon routiniert wechseln kann und Isby’s Verdauung funktioniert einwandfrei! All unsere gestrigen Sorgen sind verflogen und wir steuern frohen Mutes die Insel Senja an, welche als Miniaturausgabe von Norwegen gilt (sie vereint alle Landschaftstypen auf engstem Raum). https://www.nasjonaleturistveger.no/de/routen/senja


Unterwegs gabeln wir einen Belgier auf, der Autostopp macht. Er ist Fitnesstrainer und trainiert gerade für ein extremes Bergrennen auf der Insel Tromso, das sogenannte Sky Race. Seine Motivationskraft ist ansteckend und so überzeugt er uns, abends um 21.00 Uhr los zu marschieren, um die Mitternachtssonne von einem Berggipfel aus sehen zu können. Der Aufstieg hat es in sich, doch wir werden einmalig belohnt! Der Ausblick ist gigantisch und das Licht- und Schattenspiel kreiert wunderschöne Bilder. Müde aber glücklich fallen wir um 02.00 Uhr ins Bett, die Sonne steigt da schon wieder hoch gegen den Himmel.




Insgesamt erkunden wir die Gegend rund um Senja, die Vesteralen und die Lofoten ca. 2 Wochen. Ein Outdoorurlaub par Excellence. Berge die senkrecht ins türkisene Meer fallen, goldene Sandbuchten, farbenfrohe Fischerdörfer und jede Menge frische Luft.


Versteralen: https://www.visitnorway.de/reiseziele/nordnorwegen/vesteralen/

Lofoten: https://www.visitnorway.de/reiseziele/nordnorwegen/die-lofoten-inseln/

Wir werden geübter im Kajaken und Isby hüpft mittlerweile schon aufgeregt hin und her, wenn Simon die Luftpumpe auspackt.


Unser grösstes Kajakabenteuer ist eine 3 stündige Paddeltour zum Trollfjord, der sich 2km weit in die steile Bergwelt eingeschnitten hat. Er ist ein kleiner Nebenfjord des Raftsunds, durch den die Hurtigruten Schiffe, auf dem Weg zum Nordkap, durchfahren. In den Trollfjord rein, steuern aber nur die erfahrensten Kapitäne ihre grossen Postschiffe, denn das Wendemanöver am Ende des Fjords erfordert äusserste Präzession. Der Fjord ist da gerade Mal 80 Meter breit. Nur per Boot ist der Trollfjord zu erreichen und wir haben ordentlich zu Paddeln, während die Touristen auf den schnellen Ausflugsbooten amüsiert über die zwei in Gummiboot Sitzenden und den faulen Hund im Heck, schmunzeln.


Eines schönen Abends ist dann auch endlich die Zeit gekommen, mein Glück als Fischerin zu versuchen. Seit über einem Jahr fahren wir die Angelausrüstung, welche mir mein Vater extra mitgegeben hat, durch die Gegend und nie brauche ich sie! Während Simon das Kajak startklar macht, mühe ich mich ab, die Angel zusammen zu stecken und einen Köder auszuwählen. Ob ich überhaupt noch weiss, wie das alles funktioniert?


Als Kind war ich öfters mit Papa beim Fischen, doch das ist schon lange her;) Schlussendlich entscheide ich mich für einen süssen, grünen Köderfisch und montiere diesen an die Angelschnur. Nun sollte alles parat sein. Ich gebe die Angel raus zu Simon, packe die letzten Sachen im Bus zusammen und hüpfe schliesslich barfuss aus dem Bus, direkt in den grünen Köderhaken!


Laut Simon ist mein Geschrei gross;), aber man muss ja auch doof sein, wenn man eine Angelrute direkt vor die Haustüre legt! Zum Glück steckt der Haken nicht tief und wir können samt Kajak, Angelrute, Hund und Wäschekorb (falls wir wirklich einen Fisch fangen sollten) doch noch starten. Immerhin witzeln wir nun, dass wir wenigstens schon was am Haken hatten.


Simon steuert das Kajak, Isby spielt die Galionsfigur im Heck und ich versuche mich zu erinnern, wie man die Angel auswirft.


Idyllischer könnte es kaum sein, wie wir so in der Bucht rumtreiben und ich geniesse das Auswerfen und Einholen der Leine. Schnell habe ich den Dreh wieder raus und deshalb drehe ich mich zu Simon um und meine: „ Was machen wir eigentlich, falls wir wirklich einen Fisch fangen sollten?“ Er hat keine Zeit zu antworten, denn in diesem Moment geht der Kampf los! Ich kreische mal wieder;) „Ich habe einen Fisch“ und hole so schnell wie möglich die Leine ein. Mann, hat dieser Fisch viel Kraft! Ich kurble und kurble und komme trotzdem kaum vom Fleck. Irgendwann entdecke ich ihn und er ist RIESIG! Dumm ist nur, dass Isby ihn ebenfalls entdeckt und nun vom Kajak ins Wasser springen will. Simon hat alle Hände voll zu tun. Er muss mir den Wäschekorb nach vorne geben und gleichzeitig Isby hinter sich halten. Ich finde, dass der Fisch ziemlich viele Zähne hat und würde ihn am liebsten einfach hinter dem Kajak her ziehen. Dann bemerke ich, dass ein neugieriger Seehund nicht weit von uns entfernt, seinen Kopf aus dem Wasser streckt. Er muss sich das ganze Spektakel angesehen haben! Schnell ziehe ich den Fisch nun doch in den Wäschekorb, nicht dass wir auch noch einen Seehund an die Angel kriegen! Wie der Fisch sicher im Wäschekorb gelandet ist, Isby wieder ruhig sitzt und Simon und ich durchatmen können und endlich Zeit hätten den schönen Seehund zu bestaunen, taucht dieser ab. Die Show ist für ihn wohl zu Ende.


Für mich fängt sie aber gerade erst an! Mit einem zappelnden Fisch zwischen den Beinen paddeln wir schnellst möglich zurück ans Ufer. Isby versteht die Welt nicht mehr, da der ganze Ausflug vielleicht zehn Minuten gedauert hat. Ich hingegen überlege fieberhaft, wie das nochmal mit dem Fische Ausnehmen gegangen ist. Irgendwann ist aber auch das geschafft und ich rufe voller Stolz meinen Vater an, um ihm von unserem Abenteuer zu erzählen und um herauszufinden, was für einen Fisch wir denn gefangen haben. Es ist ein Seelachs und frisch gegrillt schmeckt er trotz ein paar Gräten sehr lecker. Alle drei werden wir vom köstlichen Mahl satt.


Auf dem Weg nach Süden erlebten wir noch viele wunderschöne Tage in der Natur, wie man an den Fotos sicher erkennen kann.


Das nächste Mal erzähle ich euch, wie Isby 25 Schlittenhunde in Schweden kennen lernt! Tschüss und Bis Bald

Posted by OBS Blogger in Isby on Monday August 27
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Tag: Isby

Isby Bericht 45

Willkommen in Finnland

Sauna, Rentiere, Mitternachtssonne und der schlimmste Tag der Reise

In Helsinki werden wir von strahlendem Sonnenschein empfangen. Doch bereits am nächsten Tag wendet sich das Blatt und wir haben seit Langem das erste Mal wieder mehrere Tage Regen. Mittlerweile kennen wir andere Reisende, die zum Teil vor, andere hinter uns liegen und dementsprechend können wir uns via Whatsapp Tipps zu Wetter, Stellplätzen und Attraktionen geben. Ein solcher erreicht uns aus Nordfinnland von einem französischen Pärchen, sie hätten 27° Grad bei schönstem Wetter! Diese Aussage genügt uns, um die nächsten zwei Tage durch Wald und vorbei an unzähligen Seen gegen Norden zu fahren. Bei Rovaniemi überschreiten wir den Polarkreis und besuchen die offizielle Poststelle des Weihnachtsmannes! Hier her schicken Kinder aus aller Welt jährlich ihre Wunschzettel und Santa versucht, alle zu beantworten;) https://santaclausvillage.info/de/

Erklärungsvideo Polarkreis und Mitternachtssonne: https://www.youtube.com/watch?v=qKgqstMsSqI

Kaum haben wir den Polarkreis überschritten erwarten uns zwei Überraschungen:
Auf die eine warten wir schon lange sehnsüchtig und sie kommt unverhofft und steht auf einem Acker zwischen Häusern und nicht in einem finnischen Birkenwald! Unser erstes Rentier! Wir sind begeistert! Es ist ein extra schönes Exemplar und posiert sogar einige Minuten vor unserer Kamera, bevor es im nahen Wald verschwindet.



Die zweite Überraschung folgt kurz später. Gerade haben wir einen Platz für die Nacht an einem schönen Fluss gefunden, da klopft es an die Bustür. Draussen steht ein finnisches Paar. Sie lachen und grüssen uns und erklären, dass sie die Besitzer des nahegelegen Ferienhauses seien und nun gleich die Sauna am Fluss einheizen werden. Falls wir wollen würden, können wir diese gerne nach ihnen benutzen! Natürlich wollen wir! So kommt es, dass wir an unserem ersten Abend nördlich des Polarkreises um Mitternacht vor einer finnischen Sauna an einem wunderschönen Fluss sitzen und die Mitternachtssonne geniessen können. Klischeehafter und schöner geht es nicht mehr!

Am nächsten Tag holen wir unsere französischen (Wetter Tipp) Freunde in Kolari ein und pumpen zum ersten Mal auf der ganzen Reise unser Kajak auf! Isby staunt nicht schlecht, als er in diesem wackligen Ding Platz nehmen soll. Doch bereits nach wenigen Paddelschlägen sitzt er ruhig und mit hocherhobenem Kopf, wie eine Galionsfigur im Boot.

Finnland ist ein schönes Land mit vielen Outdoor Möglichkeiten, was uns natürlich sehr gefällt, wenn da nur nicht die vielen Mücken wären! Sie sind es dann auch, die den schlimmsten Tag der Reise krönen. Wir wollen gerade eine Wanderung in ein Fjäll starten, da passiert es:

Isby frisst etwas vom Wegrand. Keine fünf Minuten später fängt er das Schnaufen, Keuchen und Husten an. Es will gar nicht mehr aufhören. Wir kontrollieren seinen Schlund, entdecken aber nichts. Auch Wasser trinken und Gras fressen hilft nicht. Langsam beginnen wir uns ernsthafte Sorgen zu machen und überlegen, wo wohl der nächste Tierarzt ist. Den Nächstgelegenen, laut Googlemaps, erreiche ich nicht, nur eine finnische Combox. Schlussendlich rufe ich irgendeinen Tierarzt in Finnland an. Die Ärztin am Telefon spricht zum Glück perfekt Englisch und ist sehr hilfsbereit. Ich sende ihr meine Koordinaten per SMS und sie sucht für uns die Tierärzte in der Umgebung raus und schickt mir deren Telefonnummern zurück. Zu unserer grossen Erleichterung hat eine Ärztin heute Dienst in einem „nahe gelegenen“ Dorf. Es ist nur eine halbe Stunde weg, in Munio. Dies ist wirklich ein Glücksfall, denn sie ist nur zwei Tage die Woche in diesem Ort, sonst ist sie noch in zwei anderen, viel weiter entfernten Dörfern tätig. Wir rasen hin. Die Praxis ist klein und die Ärztin alleine. Isby bekommt eine Vollnarkose und ich werde kurzerhand zur Assistentin erkoren und halte das Maul von Isby weit offen, damit sie darin rumstochern kann. Schlussendlich zieht sie einen langen Grashalm heraus, der sich zwischen Nase und Atemröhre festgeklemmt hatte. Die Erleichterung bei uns ist riesig, vor allem als die Ärztin noch meint, dass sie sonst sowieso nichts für Isby hätte tun können. Die nächste Klinik, die Operationen, Ultraschall etc. durchführen könne, wäre in Rovaniemi, was über 3h von hier entfernt ist! Obwohl es Isby abends schon wieder etwas besser geht, entscheiden wir zügig Richtung norwegische Grenze zu fahren, damit wir uns dem nächsten Tierarzt nähern, falls wir ihn doch nochmals benötigen sollten.

Auf dieser Fahrt passiert der zweite Schock des Tages: Mitten unter der Fahrt geht der Motor aus! Das ESC Lämpchen im Armaturenbrett leuchtet auf. Simon dreht den Schlüssel und der Motor springt ohne Probleme an, wir fahren weiter, doch bereits am nächsten Hang, im 5. Gang geht der Motor wieder aus. Das haben wir 3 Mal auf dieser Strecke, danach fahren wir nur noch hochtourig im 4. Gang, dann geht’s. Wie wir endlich einen Parkplatz für die Nacht gefunden haben, ist Isby wieder fit genug, um vor dem Bus rum zu lümmeln. Plötzlich sehe ich, dass er von Mücken umgeben ist. Ich rufe ihn in den Bus zurück, doch es ist zu spät. Er ist schwarz, tausende kleine Sandfliegen surren um den armen Hund. Erst versuchen wir diese einzeln zu erschlagen, keine Chance. Simon springt mit Isby wieder aus dem Auto, in den nahen Fluss. Dann rufe ich den Hund schnell ins Auto zurück, Türe zu und trockne ihn ab. Er sieht furchtbar aus, diese Mistviehcher haben richtige Löcher in seine Haut gefressen. Überall hat er rote Flecken. Aus Isby’s Sicht war dies bestimmt schon vor den Mücken der schlimmste Tag der Reise, doch nun haben wir alle genug und wollen nur noch ins Bett. Doch auch die Nacht wird nicht besser. Wir haben keine Ahnung wie, aber irgendwoher kommen nun normale Stechmücken ins Auto. Ich gebe lange vor Simon auf und verkrieche mich tief in den Schlafsack. Zum Glück ist Morgen ein neuer Tag!

Posted by OBS Blogger in Isby on Saturday August 18
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Tag: Isby

Bericht 44

3 Länder in einer Woche! Ungarn, Slowakei und Polen und Mitsommerfest im Baltikum

Wir geben Vollgas!

Seit klar ist, dass wir ab Oktober wieder an der OBS sein werden, sind wir im ReisestressJ, denn Skandinavien wollen wir unbedingt noch erkunden! Deshalb müssen wir nun Strecke machen. Über Ungarn, wo wir ein paar schöne Tage mit Simons Familie verbringen und dem Bus einen Frühlingsputz verpassen (Vielen Dank an Simons Mama, die 14 Maschinen Wäsche für uns gewaschen hat), geht es weiter durch die Slowakei und Polen. Zwei sehr schöne Länder, für die wir aber leider viel zu wenig Zeit haben. Die Slowakei überrascht und mit schönen Gebirgszügen und im Osten von Polen gibt es die letzten frei lebenden Bisons in Europa. Wir bekommen leider nur das Warnschild an der Strasse vor die Linse. Erst in Litauen nehmen wir den Fuss wieder vom Gaspedal und finden zu unserem normalen Reisetempo zurück. Wir geniessen die weissen Sandstrände der baltischen Ostsee und sind erstaunt, wie angenehm „warm“ das Meer hier noch ist. In Riga, der Hauptstadt von Lettland feiern wir das Mittsommerfest. Am 21.06. ist der längste Tag des Jahres, weiter nördlich geht die Sonne heute Nacht nicht mehr unter. Hier wird es zumindest nicht mehr dunkel, nur noch dämmerig. Zum Mittsommerfest werfen sich die Menschen in Schale. Fleissig flechten Jung und Alt Blumenkränze, die an diesem Tag getragen werden und anschliessend in die Flüsse gelegt werden. Ein Zeichen von Fruchtbarkeit und Leben. Die Landschaft sieht für uns bereits erstaunlich „finnisch“ aus. Zumindest stellen wir uns Finnland so vor. Viele Seen, Birken und Moore durchqueren wir. Estland entpuppt sich als tolles Camperland, denn überall gibt es gratis Stellplätze, mit Feuerstellen und Toilettenhäusern. Hier perfektionieren wir unsere Pizzabackkunst über offenem Feuer. Der krönende Abschluss des Baltikums macht Tallinn, die Hauptstadt von Estland. Sie bezaubert mit einer wunderschönen, mittelalterlichen Altstadt, die komplett von einer Stadtmauer umgeben ist. Hier tätigen wir einen Grosseinkauf. Zwei volle Einkaufswagen mit Vorräten gilt es anschliessend im Bus zu verstauen, dann sind wir gewappnet für die Fährfahrt nach Helsinki. Skandinavien wir kommen!


Posted by OBS Blogger in Isby on Monday July 23
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Tag: Isby

Isby Bericht 43

Zentral und Nordrumänien: Transsilvanien, Maramures und Turda

Auf Dracula Jagd in Transsilvanien, mit der Dampflok durch die Nordkarpaten und ein Vergnügungspark 120 m unter der Erde!

Die Ebene, durchwelche sich die Donau bis in ihr Delta schlängelt, ist verschwunden. Nun kurven wir auf schmalen Strassen durch die dunklen Nadelwälder der Karpaten. Viele Schlösser stehen in Transsilvanien (zu Deutsch Siebenbürgen). Das Bekannteste ist wahrscheinlich Schloss Bran, heute als Dracula Schloss bekannt. Der ganze Ort lebt vom Dracula Tourismus. Dracula Camping, Vampire Crêpes, Postkarten, Schnaps, Masken und tonnenweise weitere Vampir-Souvenirs gibt es zu kaufen, obwohl nicht einmal bewiesen ist, ob Graf Dracula hier einmal vorbei kam. Tatsächlich aber stecken die Bauern auf ihren Feldern gerade Knoblauchzehen, die scheinen hier gut zu gedeihenJ. Mehr Infos zu Dracula: https://www.welt.de/reise/article133932638/Blutrote-Suppe-und-Gruselmusik-auf-Draculas-Spur.html



Nach dem Vampire Rummel zieht es uns in die abgelegene Provinz Maramures. Ganz im Norden Rumäniens grenzt sie bereits an die Ukraine. Hier treffen wir plötzlich auf ein Stück Schweizer Geschichte, als wir mit der Holz befeuerten Schmalspurbahn durch das Wassertal fahren. Die Dampflokomotive zieht den Zug über die Schmalspurbahn, ähnlich der RHB in Graubünden und als wir in die alten Wagons eintreten, wird mir einiges klar. Alle Schilder sind in Deutsch, Französisch und Italienisch angeschrieben, denn es sind alles alte Schweizer Wagons! Manchmal hängt sogar noch die Tafel mit der Streckenangabe am Abteil. www.cffviseu.com

Auch bestaunen wir in dieser Region wunderschöne Holzkirchen. Da es verboten war orthodoxe Kirchen aus Stein zu bauen, errichteten die Mönche ihre Gotteshäuser aus Holz, mit beeindruckenden Schnitzereien, Schindeln und Glockentürmen. In Sapanta besuchen wir einen Friedhof, auf welchem unzählige farbige Holzkreuze stehen. Geschnitzt und bemalt zeigt jedes Kreuz, was die verstorbene Person als Beruf ausgeübt hatte, was ihre Lebensaufgabe war oder wie sie gestorben ist. Natürlich habe ich die Lehrerin des Dorfes gefunden.

Die letzte Woche verbringen wir zusammen mit Pierre und Lauren und ihrer kleinen Hündin Zuia. Isby geniesst die lebendige Gesellschaft und die Zwei toben (d.h. Isby liegt am Boden und die kleine Ziua klettert und tollt über ihn hinweg) Stunden lang zusammen. Abschliessend besuchen wir die riesige Salz Mine in Turda. Ursprünglich wurde hier Salz abgebaut. Im 2. Weltkrieg diente sie dann als Unterschlupf für die Bevölkerung und danach wurde sie zur Reifung von Käse und Wurst verwendet. Seit Neustem ist die Mine in eine Touristen Attraktion umgewandelt worden. Ein „Vergnügungspark“, mit Minigolf, Pingpong, Spielplatz und Riesenrad, sowie Ruderboot fahren auf dem unterirdischen See, wird angeboten. Die Ausmasse der Mine sind gigantisch. Sie ist über 120 Meter tief und besteht aus vielen, verschiedenen Gängen.

Video: http://www.ziel-rumaenien.de/das-salzbergwerk-turda-freizeitpark-unter-der-erde/

Posted by OBS Blogger in Isby on Tuesday July 10
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Tag: Isby

Isby Bericht 42 Südliches Rumänien

Südliches Rumänien: Drum Bun! (rumänisch für gute Fahrt)

Mit Vollgas ins Trachtenfest, gemütlich durchs Donau Delta und optisch auf dem Mond

Das Landleben trifft uns mit voller Wucht. Bereits am ersten Morgen werden wir von Schafsgebimmel geweckt. Wir sind umringt von Schafen! Der Hirt wünscht uns einen guten Morgen und zieht dann lächelnd mit seinen Schäfchen und 5 Hunden von dannen. Überhaupt scheint in Rumänien die Zeit vor 50-100 Jahren stehen geblieben zu sein. Pferdekarren ziehen durch die Strassen, wunderschöne Gemüsegärten liegen vor den kleinen, farbigen Häusern, Kühe, Schafe, Ziegen, Esel, Hühner und Gänse spazieren durch die Dörfer und natürlich unzählige Strassenhunde. Obwohl diese, verglichen mit Griechenland deutlich an Grösse eingebüsst haben.




Wir sind wieder mit unseren französischen Freunden, welche wir in Bulgarien kennen gelernt haben, unterwegs. Eigentlich sollten es von unserem Sch(l)afplatz bis nach Tulcea, der Hauptstadt des Donau Delta’s noch gut eine Stunde Fahrt sein, doch das kann in Rumänien täuschen! Nach wenigen Kilometern schickt uns das Navi auf eine Schotterpiste, 11km sollen wir dieser folgen. Wir stoppen und beraten uns und entschliessen, anstatt der Schotterpiste, der Asphaltstrasse weiter zu folgen. Es wird sicher noch einen besseren Weg nach Tulcea geben. Weit gefehlt! Bald nach dem nächsten Dorf verwandelt sich die Asphaltstrasse in Asphalt zwischen Löchern und schlussendlich scheinen die Einheimischen den verbliebenen Asphalt zwischen den Löchern komplett zu meiden und fahren einfach quer durchs Feld. Dadurch ist bereits eine „neue Strasse“ entstanden. Isby sitzt zitternd auf meinem Schoss, denn es rüttelt und schüttelt gewaltig und schlussendlich müssen auch wir auf dem „Feldweg“ weiter rollen, die Asphaltlöcher sind nicht mehr zu passieren. Es ist abenteuerlich, denn der Schlammweg wird bei Regen kräftig ausgewaschen. Zum Glück ist es heute trocken, sonst wären wir längst stecken geblieben. Simon muss gut aufpassen, dass er auf den Hügeln zwischen den Fahrrillen bleibt, wenn er abrutscht kippen wir, dann war‘s das. Nach über einer Stunde (der Zeit, die wir eigentlich bis nach Tulcea eingeplant hatten!) Erreichen wir wieder eine richtige Strasse! Die Freude ist riesig und wir gratulieren uns alle gegenseitig. Zügig wollen wir nun weiterfahren, doch bereits ein paar Kurven weiter steht die Polizei und regelt den Verkehr. Wir stoppen, denn Weiterfahren ist nicht möglich. Vor uns tanzen Leute in den buntesten Gewändern auf der Hauptstrasse. Es scheint sie überhaupt nicht zu stören, dass die Autoschlangen auf beiden Seiten ihrer Tanzgruppe immer länger werden. Wir sind natürlich begeistert über diese Art von Strassensperre und nachdem der Polizist uns auf Englisch erklärt hat, dass hier gerade ein Internationales Trachtenfest (auf einer Strasse im absoluten Nirgendwo) stattfindet, ist für uns klar, Tulcea muss noch ein paar Stunden warten. Die Busse werden gewendet, in den nächsten Feldweg gelenkt und wir spazieren samt Isby über das Festgelände. Eine grosse, gemähte Wiese mit 3-4 Essenständen, einer Bühne und Menschen aus Rumänien, Bulgarien, Serbien, der Ukraine, Russland und der Türkei in ihren prächtigsten Gewändern. Erst zaghaft versuchen wir die schönen Trachten zu fotografieren, sind wir doch unsicher, ob die Leute das mögen. Schliesslich sind wir die einzigen offensichtlichen Touristen. Doch, wie so oft erledigt dieses Problem unser weisser Wuschel. Isby ist im Nu umringt von Kindern, die ihn alle streicheln und fotografieren wollen. Eine Win Win Situation, die Kinder bekommen Isby Bilder und wir Trachtensujets.

Irgendwann erreichen wir Tulcea dann doch noch, von wo aus wir am nächsten Tag eine Bootstour durchs Donau Delta machen. Erst sind wir auf einem der drei Hauptarme unterwegs, aber schon bald biegen wir in einen kleineren Arm ab und wieder in einen kleineren und wieder. Spätestens jetzt habe ich die Orientierung verloren und bestaune diese endlose Wasserlandschaft, welche einen einmaligen Lebensraum für viele Tier und Pflanzenarten bietet.

Tage später, auf dem Weg nach Transsilvanien, übernachten wir auf einem kleinen Campingplatz, der am Rande des Mondes liegt. So zumindest sieht die vulkanartige Landschaft hier aus. Auf ungefähr 20 km 2 stehen hier die einzigen Schlammvulkane auf europäischem Festland. Ihresgleichen findet man erst in Island wieder. Es riecht stark nach Schwefel und blubbert überall. Aus 3000 Meter Tiefe steigen hier Gase empor, welche durch die Schlammvulkane freigesetzt werden. Der Schlamm soll Rheuma heilen, ansonsten ist diese Umgebung aber eher vegetation feindlich. Nur einige seltene Pflanzenarten können hier überleben.

Posted by OBS Blogger in Isby on Sunday June 17
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Tag: Isby

Isby Bericht 41

Bulgarien, hat die besten Strassen zum Wäsche waschen!

Nach über sieben Wochen verlassen wir Griechenland. Zwar ungern, aber es wird höchste Zeit, weiter gegen Norden zu reisen. Bulgarien ist ein kleines Land, mit der höchsten Abwanderung in ganz Europa. Dies ist traurig, aber für Reisende von Vorteil. Denn wir sind meistens in der Natur und die verbliebene Bevölkerung freut sich über Abwechslung. Schnell stellen wir auch fest, dass die Bulgaren ein „Outdoor Volk“ sind. Überall stehen kleine Pavillons, welche zum Picknicken einladen. Am Wochenende sind alle beim Wandern, es kommt einem ein wenig wie zu Hause in der Schweiz vor. Nur ist alles viel ärmer. Bulgarien ist das ärmste Land in der Europäischen Union. Dies zeigt sich sowohl in den Lebensmittel-, und Dieselpreisen, aber auch in den Behausungen. Die Betonbunker aus der Sowjet Zeit sind überall sichtbar. Selbst in kleinen Dörfern sind sie vorherrschend. Nur die Stadtzentren zeigen den eigentlichen Baustil der Bulgaren und dieser ist farbenfroh und sehr kunstvoll, wie in Plovdiv, der zweitgrössten Stadt Bulgariens.

Wir fahren gegen Norden, durch das Tal der Rosen. Hier wird Europa weit das meiste Rosenöl hergestellt. Leider sind wir ca. 2 Wochen zu früh und die Kilometer langen Rosenfelder stehen noch nicht in Blühte. https://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/breitengrad/bulgarien-tal-rosen-100.html

https://www.youtube.com/watch?v=Gg9yXiXSvi4&t=10s

Unser Ziel ist ein kleiner, abgelegener Ort. Hier treffen wir englische Freunde, welche wir vor ca. 5 Monaten in Spanien kennen gelernt haben. Sie waren damals auf der Suche nach einem Fleckchen Land, auf dem sie sich niederlassen wollten. In Bulgarien wurden sie fündig und wir besuchen sie nun. Die Anreise ist spektakulär. Bereits 4 km vor ihrem Haus müssen wir unseren Van stehen lassen, zu tief hängen die Bäume in die Strasse, als dass wir weiterfahren könnten. Mit ihrem Auto geht es dann auf diesem Weg weiter, bis auch sie ca. 1 km vor ihrem Haus anhalten müssen, denn das letzte Stück geht nur zu Fuss. Ursprünglich lag ihr Haus einmal in einem kleinen Örtchen. Doch heute sind alle bis auf drei Häuser verlassen und sie sind die einzigen, welche das ganze Jahr über hier wohnen wollen. Mit eigener Quelle und Garten, sowie Strom von der Solarzelle versuchen sie gerade, autark zu leben. Wir helfen im Garten und beim Holzen und freuen uns, Mal wieder in einem richtigen Bett zu schlafen. Isby ist erst etwas irritiert. Wir bleiben wirklich über Nacht in diesem Haus, scheint er sich zu fragen. Doch bereits am nächsten Tag, will er gar nicht mehr von hier weg. Er würde wohl gerne wieder sesshaft werden. :)

Warum Bulgarien die besten Waschstrassen hat? Seit Nordgriechenland wird es immer schwieriger Waschsalons zu finden, denn die Städte werden kleiner und auf dem Land scheinen die Leute oft noch von Hand zu waschen. Bereits bevor wir losgefahren sind, haben wir davon gelesen, dass Reisende ihre Wäsche in einen verschliessbaren Eimer gesteckt haben, 100km über holprige Schotterpisten gefahren sind und danach (mehr oder weniger) saubere Wäsche hatten. Nun ist es höchste Zeit zu testen, ob das auch wirklich funktioniert. Die Strassen sind holpriger denn je zu vor und unser Wäscheberg stapelt sich. Wir probieren es folglich aus, und siehe da, das Resultat ist überraschend gut! Wenn die Wäsche nun noch so schnell trocknen würde, wie wir Holperstrassen zur Verfügung haben, sind wir im Nu durch mit unserer Wäsche:).



Posted by OBS Blogger in Isby on Friday June 1
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Tag: Isby

Isby Bericht 40

Alte und neue Freunde auf Reisen und das kleinste Reisemobil aller Zeiten!

Mit das Schönste beim Reisen ist, dass man immer wieder neue, interessante und liebe Menschen trifft. In Griechenland haben wir das Glück, sowohl neue Freunde kennenzulernen, als auch alte Bekannte und Verwandte aus der Heimat wiederzusehen.

Deshalb fahren wir nach dem Peloponnes zügig gegen Norden, über den Kanal von Korinth, durch Athen, am Orakel von Delfi vorbei und stoppen kurz am Denkmal der wichtigsten griechischen Schlacht in Thermopylen. Dort hat Leonidas mit seinen tapferen Spartanern die Perser aufgehalten (Film Die 300).

In Thessaloniki angekommen, empfangen wir Simon’s Bruder, welcher uns für ein paar Tage besucht. Anschliessend erkunden wir eine Woche lang den wilden Norden mit unserem Freund und ehemaligen Nachbarn. Dabei sehen wir nochmals eine ganz andere Landschaft von Griechenland. Nach den traumhaften Stränden auf dem Peloponnes geht es nun bis auf über 2000 Meter hinauf in die Berge. Wir balancieren in den Felswänden der tiefsten Schlucht der Welt, der Vikos Schlucht herum und bestaunen die Baukunst der Klöster auf den Meteora Felsen. https://www.discovergreece.com/de/mainland/thessaly-sporades/meteora

Es macht Spass Gäste im Bus zu haben und so sehen wir in dieser Woche viel mehr als sonst, wenn wir langsamer unterwegs sind.

Das „Langsam Unterwegs Sein“ hat aber auch viele Vorteile. Auf einem Stellplatz in Thessaloniki lernen wir Micha und Philipp kennen. Die zwei sind eine Nummer für sich. Sie haben definitiv den kleinsten Camper, den wir je gesehen haben und wohnen bereits über ein Jahr in diesem Minimobil! Ihr Ziel war die Mongolei, doch leider wurden sie vor ein paar Wochen an der Russischen Grenze abgewiesen, deshalb sind sie nun wieder in Griechenland. Wir verstehen uns prächtig und verbringen viele, laue Abende miteinander. Nun stellt man sich das sehr idyllisch vor, doch man muss beachten, dass „interessante“ Menschen oft an den komischsten Orten anzutreffen sind.

Dieser Stellplatz liegt, zum Beispiel, unmittelbar hinter dem Flughafen, was für uns sehr praktisch ist, um unsere Gäste aus der Schweiz und Deutschland abzuholen. Dafür muss man den Fluglärm in der Anflugs Zone, sowie die direkte Nähe zur Hauptstrasse und die Geräusche der nebenan liegenden Autowaschanlage in Kauf nehmen. Doch wer denkt, dies trübe die Camping Idylle, der irrt! In guter Gesellschaft stört so etwas überhaupt nicht!:)

Insgesamt verweilen wir drei Mal auf diesem Stellplatz. Beim dritten Mal lernen wir dann auch noch John kennen. Er ist von Frankreich bis an die Syrische Grenze gelaufen, denn er wollte bis nach Mekka wandern. Da die Syrische Grenze momentan geschlossen ist, hat er kurzerhand umgedreht und ist nun auch auf dem Stellplatz in Thessaloniki eingetroffen. Er zeltet zwischen all den Campern.

Es ist immer wieder inspirierend, wozu der Mensch fähig ist!



Posted by OBS Blogger in Isby on Saturday May 26
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Tag: Isby

Griechenland: Gastfreundschaft, Zitronen und Kultur

Isby Bericht 39
Griechenland: Gastfreundschaft, Zitronen und Kultur

Wir trinken jeden Tag eine Zitrone!

Griechenland ist ein Traumreiseland! Bereits an unserem ersten Abend lernen wir die griechische Gastfreundschaft kennen. Nachdem wir uns furchtbar in einem Olivenhain verfahren haben und Simon rückwärts wieder aus den Bäumen rausfahren muss (ich stehe draussen und biege die Äste zur Seite), finden wir das von Freunden beschriebene Plätzchen doch noch. Schnell ist der nächste Anwohner vor Ort und begrüsste uns in gutem Deutsch. Er lebe im Paradies, meint er und freue sich, dass wir auch für eine Nacht hier hergefunden hätten. Abends hilft Simon ihm beim Holzen, dafür werden wir mit einer riesen Tüte frischer Zitronen aus dem Garten beschenkt. Wir freuen uns sehr, auch wenn wir nicht genau wissen, wie wir so viele Zitronen verwenden sollen. Darauf lacht der alte Mann nur und meint: „Trinken, das ist gesund!“




Wir stellen in den nächsten Tagen fest, dass wir wohl zur Haupterntezeit der Zitronen in Griechenland gelandet sind, denn wir werden noch öfters mit Zitronen beschenkt Über einen Monat trinken wir täglich brav unsere Zitrone, denn sauer macht bekanntlich lustig und in Griechenland auch gesund.

150 Bäume am Tag des Baumes gepflanzt!

Auf dem Peloponnes erreichen wir einen schönen Strand, an dem verhältnismässig viele Wohnmobile zwischen den Bäumen verteilt stehen. Wir erfahren, dass wir auf dem Gebiet einer Initiative „Friends of the Forest“ stehen. Ihr Ziel ist es, dass der Strand nicht überbaut wird und hier jeder, der möchte campen darf. Dafür pflanzen sie Bäume, denn wie sie uns erzählen, darf man in Griechenland nicht bauen, wo Wald steht. Natürlich machen wir mit und so pflanzen wir in kurzer Zeit 150 Pinien mit lokalen und internationalen Helfern. Anschliessend gibt es ein griechisches BBQ: Souvlaki (Schweinespiesse), eingelegte Oliven, viele Gurken, Brot und Weisswein, in einer internationalen Runde.

Die Griechische Geschichte erblüht im Frühling

Natürlich kann man nicht in Griechenland rumreisen, ohne sich mit der Antike zu beschäftigen. Es fällt uns schwer die vielen Mythen und Geschichten zu verstehen, kommt doch ständig wieder ein neuer Gott darin vor. Zum Glück finden wir bei Youtub ein super Video von einer Maturarbeit, welche uns die wichtigsten Götter kurz und bündig erklärt.

Danach sind wir gewappnet die Geburtsstätte der Olympischen Spiele zu besuchen. Auf dem Grabungsgelände von Olympia wurde Zeus, der Göttervater in einem Tempel verehrt, es fanden die bedeutendsten Sportwettkämpfe der Antike darauf statt und noch heute wird dort jeweils die Flamme des olympischen Feuers angezündet. Leider sind von den alten Gebäuden nur noch Steine übrig, aber im üppigen Blumenmeer des griechischen Frühlings wirkt es trotzdem sehr imposant. https://www.discovergreece.com/de/mainland/pelopon...

An einem anderen Tag besuchen wir das Amphitheater von Epidaurus. Es ist eines der bedeutendsten antiken Theater in Griechenland und bietet bis zu 20‘000 Zuschauern Platz. Besonders erstaunend finden wir, dass man, wenn man auf der Bühne mit normaler Stimme spricht, bis in die letzten Reihen des Amphitheaters gehört wird. https://www.discovergreece.com/de/mainland/pelopon...

Nun sind wir unterwegs nach Nordgriechenland. Davon erzähle ich nächstes Mal. Tschüss, oder wie die Griechen sagen: YASAS!

Reiseroute: Von Bari (Italien) mit der Fähre nach Igoumenitsa (griechische Stadt direkt an der albanischen Grenze)-Igoumenitsa-Parga-Lefkada-Peloponnes (einmal aussen rum)

Posted by OBS Blogger in Isby on Saturday April 28
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Tag: Isby

Bericht 38: Viva Italia!

Pizza, Pasta und Rom bei Streik

Vorneweg, wir haben nicht jeden Tag eine Pizzeria gefunden! Zumindest waren sie nicht immer offen. Dafür haben wir die schönsten, heissen Quellen entdeckt und das schwefelhaltige Wasser genossen. Denn rund um den Monte Amiata (ein nicht mehr aktiver Vulkan) in der Toskana finden sich solche Thermalquellen, die zum Glück noch nicht zugebaut sind und man somit vollkommen in der Natur baden kann. Dabei lernen wir ein Schweizer-Italienisches Pärchen kennen, die uns abends am Bus abholen und mitnehmen in ein winziges, italienisches Lokal. Mama Mia, die hausgemachten Tortellini mit Ricotta und Birnen waren leckerJ und auf dem Rückweg haben die Cinghiale (Wildschweine) direkt vor dem Auto die Strasse überquert! Leider regnet es in Italien ziemlich oft, so dass wir entweder im heissen Wasser oder im Van sitzen. Als ein Schönwetterfenster auftaucht, zögern wir nicht lange und fahren direkt nach Rom.



Der Strassenverkehr in Italien ist fordernd. Nicht nur, dass Simon beschäftigt ist den ganzen Schlaglöchern auszuweichen, nein es scheinen auch alle Verkehrsregeln hier nicht mehr zu zählen! Zum Glück amüsiert es Simon nur und rasch verwandelt er unser „Blaues Wunder“ (fahrtechnisch) in einen Fiat Panda, der sich ebenfalls in jede Lücke drängt und zwängt. So fahren wir dann einmal durch Rom bis zum offiziellen Stellplatz. Der Stellplatzbesitzer erklärt uns umgehend, dass Morgen in ganz Rom der öffentliche Verkehr streiken wird. Na toll, das trifft sich ja hervorragend. Dann fahren wir halt mit den Fahrrädern in die Stadt rein.

Isby ist zum perfekten Fahrradhund geworden und beherrscht links, rechts, rüber und hinten (er soll hinter dem Fahrrad gehen) mittlerweile einwandfrei. Überhaupt, gehorcht er am Fahrrad viel besser, als zu Fuss. Dann mutiert er nämlich hin und wieder zum Parkplatz Streuner!

Rom selbst ist wunderschön. Wir geniessen die 2000 Jahre alten Bauten, die engen Gassen und das Dolce Vita Feeling überall. Einzig, wie wir in das Kolosseum reinkommen sollen, ist uns noch ein Rätsel. Denn mit Hund ist es unmöglich und ohne vorgebuchtem Ticket steht man auch um diese Jahreszeit ewig an. Der Zufall hilft, zumindest mir;) Gerade als wir uns auf den Heimweg machen wollen, spricht uns ein Touristenführer an. Er erklärt uns, wie das mit den ganzen Tickets funktioniert und möchte uns natürlich auch gleich welche verkaufen. Aber nur eins! Denn DU (er zeigt auf mich) kannst heute gratis rein! Wie denn das, denke ich so und schon folgt die Erklärung. Heute ist Weltfrauentag und da dürfen alle Frauen gratis das Kolosseum besichtigen und müssen nicht einmal lange in der Warteschlange stehen! So bin ich eine halbe Stunde später tatsächlich in der riesigen Arena und versuche mir vorzustellen, wie es hier vor 2000 Jahren zu und her ging.

Nach Rom geht wieder alles schnell. Eigentlich wollten wir weiter zum Vesuv fahren, aber der Wetterbericht für die Westküste Italiens ist für die ganze Woche schlecht. Deshalb entscheiden wir kurz vor Neapel spontan abzubiegen und einmal quer durchs Land zu fahren, so dass wir erst überhalb vom Sporn wieder einen Stopp einlegen. Auf dieser Fahrt durch Kampanien und Apulien erreichen wir die 20‘000km Marke! Wir stoppen für ein Selfie, unser „Blaues Wunder“ hat uns tatsächlich schon 20‘000km weit gebracht! Kaum zu glauben! Wir hoffen inständig, dass es uns auch die nächsten 20‘000 sicher bis nach Skandinavien fährt. :)

Schlussendlich nehmen wir von Bari aus die Fähre nach Igoumenitsa, ich bin gespannt was uns in Griechenland erwarten wird.

Posted by OBS Blogger in Isby on Tuesday April 10
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